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Tesla Model Y: Produktion in Shanghai deutlich verringert

Nachfrageschwäche in China ist offenbar der Grund

tesla model y: produktion in shanghai deutlich verringert

Tesla hat die Produktion des Model Y in seinem weltgrößten Werk deutlich gedrosselt. Seit März wurde die Fertigung um einen zweistelligen Prozentsatz verringert, meldet Reuters unter Berufung auf Branchendaten und eine anonyme Informationsquelle.

Damit will Tesla offenbar der schwächelnden Nachfrage nach dem Mittelklasse-SUV in China begegnen. In China, Teslas zweitgrößtem Markt nach den USA, wird ein Großteil der in der Gigafactory Shanghai gebauten Autos verkauft. Im Reich der Mitte tobt jedoch derzeit ein Preiskampf, und die Konkurrenz ist hart.

Das Werk in Shanghai plane, die Produktion des Model Y im Zeitraum von März bis Juni um mindestens 20 Prozent zu kürzen, sagte die anonyme Informantin oder der anonyme Informant.

Nach Daten des chinesischen Autohersteller-Verbandes CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) wurden im März 49.498 Model Y in China gebaut, im April waren es nur 36.610 Stück. Das sind 18 bzw. 33 Prozent weniger als vor einem Jahr. Insgesamt produzierte Tesla in China in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres 287.359 Stück vom Model Y und Model 3. Das waren 5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Ob Tesla die Produktion in Shanghai auch im zweiten Halbjahr verringern will und ob künftig auch das Model 3 davon betroffen sein wird (und möglicherweise auch das Werk in Grünheide sowie die Fabriken in den USA), ist nicht bekannt.

Kürzlich hatte Tesla das dreimillionste Fahrzeug aus seinen beiden US-Fabriken gefeiert. Trotz der Erfolgsmeldung würden die Auslieferungszahlen fürs 2. Quartal deutlich unter dem Vorjahreswert liegen, schrieb Tesla-Analyst TroyTeslike. Eine genaue Abschätzung sei aber schwierig, da nicht klar sei, wann das neue Model 3 Performance seine US-Verkaufszulassung erhält.

Das früher von Elon Musk verkündete Ziel, die Auslieferung von Fahrzeugen bis zum Jahr 2030 von 1,8 Millionen Stück im Jahr 2023 bis zum Jahr 2030 auf 20 Millionen Stück zu steigern, wurde in einem am Donnerstag veröffentlichten Impact Report von Tesla nicht wiederholt. Dieses Ziel wäre höchstens mit neuen, deutlich erschwinglicheren Fahrzeugen wie dem Model 2 erreichbar. Doch an dessen Realisierung gibt es seit Kurzem Zweifel. Angeblich konzentriert sich Elon Musk lieber auf das Robotaxi-Projekt, das im August vorgestellt werden soll.

Trotz der Produktionskürzungen will Tesla im Jahr 2024 zwei Millionen Autos verkaufen, also etwa elf Prozent mehr als letztes Jahr. Davon sollen 600.000 bis 700.000 Stück in China abgesetzt werden. Um den chinesischen Absatz anzukurbeln, hatte Tesla im April die chinesischen Preise für das Model Y auf den niedrigsten Stand seit Markteinführung gesenkt. Zudem wurde eine Null-Prozent-Finanzierung für das Model 3 angeboten.

Dennoch sank Teslas Marktanteil am chinesischen NEV-Markt (BEVs und PHEVs zusammen) in den ersten vier Monaten des Jahres auf 6,8 Prozent, verglichen mit 7,8 Prozent im Gesamtjahr 2023.

Unter dem Strich

Nicht nur die Nachfrage nach Elektroautos schwächelt derzeit weltweit, auch der Nimbus von Elon Musk ist im Schwinden begriffen. Tesla-Fahrzeuge verkaufen sich nicht mehr so gut wie früher, der Aktienkurs, der Ende 2021 bei über 350 Dollar gelegen hatte, hat sich seither halbiert. Man sieht: Auch Elon Musk kocht nur mit Wasser, und gegen eine Nachfrageschwäche kommt auch er nicht an.

Quelle: Reuters

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