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Mazda CX-30 e-Skyactiv X im Dauertest (3): Ciao, Schönheit

Nach drei Monaten heißt es Abschied nehmen von dem schicken Kompakt-SUV mit dem speziellen Motorenkonzept

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Nach nicht ganz fünftausend Kilometer und knapp dreihundertfünfzehn Litern Sprit ist dann auch wieder Schicht im Schacht – unser graues Mazdalein aka Mazda CX-30 e-Skyactiv X 2.0 M Hybrid im schmutz-resistenten Polymetall-Grau verlässt uns wieder. Was bleibt in Erinnerung von der dreimonatigen Tuchfühlung mit dem schicken Kompakt-SUV und lohnt sich ein Kauf, vor allem verglichen mit der direkten Konkurrenz?

Kommen wir erstmal zu den positiv in Erinnerung gebliebenen Eigenheiten des CX-30 mit Skyactiv X-Motorisierung: Über Geschmack lässt sich natürlich streiten, allerdings gehört der CX-30 definitiv zu den schickeren Erscheinungen an Kompakt-SUVs und besticht durch seine schwungvollen Linien und dem nach hinten abfallenden Coupé-haftem Heck. Aufgrund der eng geschnittenen Karosserie schluckt der Kofferraum dafür allerdings auch nur 430 bis 1.400 Liter an Gepäck & Co. – genug für die meisten Situationen, aber doch kleiner als die deutsche Konkurrenz.

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Besonders positiv hervorzuheben ist auf alle Fälle die tadellose Verarbeitung im Innenraum und die hochwertige Materialqualität. Wohltuend sind ebenso die, im Vergleich zu Hartplastik-Landschaften der höherpreisigen Mitkonkurrenten, größtenteils weichen Oberflächen und ledernen Akzente. Als sinnvoll entpuppten sich zusätzlich die im Alltag gut nutzbaren und zahlreichen Ablagemöglichkeiten wie in der Leder-bezogenen Mittelarmlehne oder unter den Memory-Sitz-Tasten links vom Lenkrad.

Das Cockpit ist nicht nur optisch ansprechend, sondern auch funktionell gestaltet. Die ausgewogene Mischung aus Digitalisierung und echten Bedienelementen für grundlegende Funktionen wie die Klimasteuerung oder Laustärkeregelung vollbringen sonst nur wenige Hersteller. Das Bedienkonzept kommt mit intelligent angeordneten Tasten und Schaltern aus – ergänzt von einem Dreh-Drück-Regler hinter dem Schaltknauf für sämtliche Eingaben auf dem fast 8,8-Zoll-Multimedia-Display.

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Sämtliche Eingaben? Ganz recht, eine Touchfunktion sucht man im Mazda CX-30 vergeblich – für manche unbegreiflich, für mich persönlich eine Wohltat. Denn schon nach wenig Übung mit dem Dreh-Drück-Regler und Schnellwahl-Tasten merkt man, wie schön einfach die Bedienung auch während der Fahrt möglich sein kann. Außerdem gibt’s ja noch eine Sprachsteuerung, die meist auch ganz gut funktioniert und nur gelegentlich Unbrauchbares wiedergibt.

Positiv hervorzuheben sind auch die LED-Matrix-Scheinwerfer, die den Gegenverkehr oder Vordermann erkennen und das Fernlicht so adaptieren, dass niemand geblendet wird. Funktioniert bei normalen Witterungsbedingungen tadellos und leuchtet die Straße perfekt aus. Außer man kommt in ein Schneetreiben, dann nämlich stören Schneeflocken die Sensoren des CX-30 so sehr, dass man doch wieder auf die altbewährte Art und Weise abblendet.

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Mit kälteren Außenbedingungen haben es auch die Reifendruck-Sensoren in den Rädern nicht so. Mehrmals am Morgen vor dem Weg in die Arbeit oder zum Kindergarten flammte das Warnsignal “Reifendruckverlust” auf. Dabei zeigt einem das Infodisplay gleich die Ist-Zustände des Reifendrucks jedes einzelnen Rades an, wobei nach ein paar Kilometern Fahrt – und dadurch gestiegener Temperatur in den Reifen – sich die Werte wieder normalisiert haben und die Warnmeldung verschwindet.

Pluspunkte gibt es auch für die zahlreichen Assistenzsysteme an Bord, die zumeist sehr harmonisch arbeiten und keine unnötigen Kollisionswarnungen oder Lenkeingriffe hervorrufen. Adaptivtempomat samt Stauassistent, ein aktiver Spurhalter und Verkehrszeichenerkennung sind beim CX-30 bereits in der Basisversion serienmäßig.

Ebenso das vollwertige Head-up-Display, welches Fahrinformationen in die Windschutzscheibe projiziert – keine schnöde Plastikscheibe – und auf Fahrzeuge im toten Winkel hinweist. In der Selection-Ausstattung gibt es dann zusätzlich noch eine Ausparkhilfe mit Notbremsfunktion hinten sowie eine Einparkhilfe vorne.

Kommen wir zum Antrieb und Fahrverhalten, und somit auch auf die dunkle Seite der Erfahrungen. Gibt das Fahrwerk und die Lenkung noch keinen Grund zur Klage, die Abstimmung liegt hier in einer gesunden Mitte zwischen Komfort und Sportlichkeit, zeigt der Skyactiv X-Antrieb zwei sehr unterschiedliche Gesichter.

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Mangels Turboaufladung ist die Durchzugsschwäche ziemlich enttäuschend und zwingt einen bei flotterer Fahrweise den Motor nie unter 3.000 Touren fallen zu lassen. Häufiges Schalten ist also vorprogrammiert, bei Überholvorgängen auf der Landstraße dürfen es auch gerne mal zwei Gänge runter sein.

Das ist dank der exakten Schaltung mit kurzen Wegen zwar schon fast eine Freue am Fahren, sorgt aber eben auch zu einem merkbar höheren Verbrauch. Wer allerdings eher Typ “Cruiser” ist und mit dem Mazda CX-30 auf der Landstraße gemütlich dahingleitet, profitiert von einer sehr guten Laufruhe schon ab Drehzahlen um die 1.000 Touren und einer niedrigen Sechs beim Verbrauch.

Apropos Verbrauch: Mazda gibt diesen nach WLTP-Norm mit 5,6 Litern auf 100 Kilometern an, wobei wir unsere exakt 4.850 Kilometer mit einem Schnitt von 6,58 Litern verbracht haben – also ziemlich genau einen Liter mehr als angegeben. Ein klassischer Diesel, der im CX-30 nun leider nicht mehr angeboten wird, mit ähnlicher Leistung ist allerdings sparsamer.

Kleine Notiz am Rande: als Bestwert steht mit 5,04 Liter im Fahrtenbuch sogar ein Wert unterhalb der Herstellerangabe, mit 7,25 Litern auf 100 Kilometern als schlechtester Wert allerdings auch eineinhalb Liter mehr. Mit 51 Litern Fassungsvermögen ist der Tank zwar nicht unterdimensioniert, für Langstreckenfahrer dürfte er aber auch gerne zehn Liter mehr fassen.

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Bleibt zu guter Letzt der Preis, bei dem unser Dauertester nochmal ordentlich punkten kann. So steht der CX-30 in der Basis-Ausstattung mit bereits umfangreicher Serienausstattung und 186 PS starkem Skyactiv X-Antrieb ab 27.290 Euro beim Händler. Lobenswert sind hier vor allem der bereits in der Grundausstattung enthaltene adaptive Tempomat mit Stauassistent und aktivem Spurwechselassistent, die gut funktionierenden Voll-LED-Scheinwerfer, das Head-Up-Display sowie eine Klimaanlage und das 8,8-Zoll große Entertainmentsystem samt 8 Lautsprechern und Navigation.

Die Allrad-Version des CX-30 kostet 4.400 Euro mehr, und wer den Wunsch nach einem Automatik-Getriebe verspürt, zahlt nochmals 2.000 Euro extra. Alle weiteren Extras gibt es dagegen in sechs sinnvoll zusammengeschnürten Paketen. Unser CX-30 verfügt neben dem Selection-Paket, welches für 2.200 Euro Mehrpreis unter anderem 18-Zoll-Alufelgen, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik und ein beheiztes Lenkrad sowie beheizte Vordersitze einschließt, außerdem noch über das Premium-Paket für 1.950 Euro (360-Grad-Monitor, Bose Surround-System mit 12 Lautsprechern und mehr) sowie das 1.500 Euro teure Design-Paket.

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Letzteres bietet abgedunkelte Heck- und Seitenscheiben, eine elektrische Heckklappe, Matrix-LED-Scheinwerfer, ein paar schicke Design-Applikationen im Inneren und Außen sowie spezielle Leichtmetallfelgen mit Hochglanzfinish. Wem das noch nicht reicht, der kann für 1.800 Euro respektive 2.000 Euro eine schwarze oder weiße Lederausstattung – ich werde nie verstehen, wieso man weiße Ledersitze auswählt – ordern, und für weitere 750 Euro noch ein Glasschiebedach.

Nebenbei bemerkt, das einzige Extra was in unserem fast vollausgestattetem CX-30 gefehlt hat, weswegen am Ende der stolze Preis von 35.890 Euro für unseren Dauertester steht.

Vergleicht man den Preis für einen Mazda CX-30 Selection e-Skyactiv X 2.0 M Hybrid mit der direkten Konkurrenz vom Schlag eines BMW X2, Cupra Formentor, Kia XCeed oder Volkswagen Tiguan / Volkswagen T-Roc, fällt dann eigentlich erst auf wie „günstig“ der Mazda – vor allem bezüglich seiner Ausstattung – ab Werk zu haben ist.

Klar sind über 35.000 Euro (wie bei unserem Dauertester) für ein Nicht-Deutsches Premiumfahrzeug nicht ohne, dafür steht der CX-30 bei Verarbeitung und Materialien, sowie auch technischen Assistenzsystemen, der Konkurrenz in nichts nach und toppt diese auch teilweise.

Was bleibt also nach den drei Monaten als Fazit zu sagen? Mazda hat ein wirklich schickes und technisch ausgereiftes Kompakt-SUV mit dem CX-30 im Angebot. Der Skyactiv X-Antrieb dagegen hat seine Vor- und Nachteile, benötigt allerdings immer hohe Drehzahlen – und somit auch häufige Gangwechsel – fasziniert aber gleichzeitig durch eine sehr gute Laufkultur und den etwas niedrigeren Verbrauch.

Manche der Extra-Pakete kann man sich getrost sparen wie zum Beispiel die weißen Ledersitze oder das Design-Paket, dann ist auch schon ein Anschaffungspreis von um die 30.000 Euro drin. Und wer ein wenig im Netz forscht, findet manche Tageszulassungen oder Vorführwagen nochmals 3.000-4.000 Euro günstiger – ein Schnäppchen, wo man eigentlich zuschlagen muss.

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