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Skoda Fabia Monte Carlo (2022) mit 110-PS-Benziner im Test

Sportlichkeit? Gibt's hier nur optisch und in der Theorie ...

skoda fabia monte carlo (2022) mit 110-ps-benziner im test

Während man sich im aktuellen VW Polo GTI mit sportlichen 207 PS die Fahrzeit noch spaßig gestalten kann, bleibt auch die neueste Generation des Skoda Fabia trotz gemeinsamer Basis wieder RS-los. Seit 2014 ist der Performance-Kleinwagen der Tschechen von der Bildfläche verschwunden.

Stattdessen rangieren seitdem die Monte Carlo-Ausstattungslinien als Ersatz an der Spitze der Fabia-Nahrungskette. Reicht das, um die Fahrspaß-Gelüste zu befriedigen? Test!

Von 80 bis 150 PS erhältlich

Tatsächlich gibt es das vermeintliche Sportmodell in der Basis bereits mit 1,0-Liter-Dreizylinder. Der Saugbenziner kommt auf gerade einmal 80 PS und 93 Nm Drehmoment. rund 15 Sekunden braucht der Fabia so von 0 auf 100 km/h, der Topspeed liegt bei gerade einmal 179 km/h.

Für unseren dreistündigen Kurztest hat uns Skoda aber glücklicherweise nicht das Kassengestell, sondern den Fabia Monte Carlo mit 110 PS zur Verfügung gestellt. Der gleiche Motor verfügt dann über einen Turbolader. Gekoppelt ist das Testwagen-Aggregat mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe. Optional wäre auch das bekannte 7-Gang-DSG erhältlich. Frontantrieb ist immer gesetzt.

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Rein formell handelt es sich um den Fabia der vierten Generation. Diese steht auf der MQB-A0-Plattform. Wie der VW Polo und der Seat Ibiza. Gegenüber dem Vorgängermodell ist der neue Fabia knapp 11 Zentimeter länger und 5 Zentimeter breiter geworden. Der Radstand wurde um etwa 9,5 cm verlängert und beträgt nun rund 2,56 Meter.

Das Kofferraumvolumen wird mit 380 bis 1190 Liter angegeben. Aber dies gilt für alle Derivate dieser Baureihe und hier soll es schließlich um die Monte Carlo-Version gehen. Wenn Sie allerdings mehr über die allgemein gültigen Vorzüge und Nachteile des Skoda Fabia IV erfahren wollen, empfehlen wir diesen Testbericht.

Was den Monte Carlo ausmacht …

Seit 2011 gibt es die Monte Carlo-Modelle für den Kleinwagen. Man will damit an Rallye-Erfolge von früher erinnern. Deshalb werden schwarze Karosseriedetails (Grill, Spiegelkappen, Schürzen, Diffusor, Schriftzüge, etc.) und die entsprechenden Plaketten an den Fabia gebaut. Den Innenraum prägen rote Akzente und Carbon-Look.

Außerdem gibt es ein perforiertes Sportlenkrad und überraschend gute Sportsitze, die eine passende Mischung aus Seitenhalt und Komfort bieten. Trotzdem: Wie der zu Anfang erwähnte Saugbenziner ins Konzept passt, überlassen wir Skoda. Denn selbst der 110-PS-Turbobenziner will sich nicht so richtig ins Monte Carlo-Bild fügen.

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Eigentlich ist der dreizylindrige EA211 evo mit 999 ccm ein echt guter Motor. Er ist laufruhig, komfortabel, leise und trotz 110 PS und 200 Nm Drehmoment vergleichsweise sparsam fahrbar. 4,8 bis 6,3 l/100km wurde im WLTP-Zyklus für den Skoda Fabia mit 6-Gang-Schaltgetriebe ermittelt.

Er ist aber einfach nicht sportlich. Das maximale Drehmoment liegt erst bei 2.000 U/min an und bei 3.000 U/min ist auch schon wieder Schluss. Dazu ist er nicht sonderlich drehfreudig und macht Fahrabschnitte aus dem Drehzahlkeller zu einer echt zähen Angelegenheit. Ja. Ein Turboloch. Im Jahr 2022 bei einem sportlichen Kleinwagen.

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Da heißt es geduldig sein. Oder man nimmt mal wieder den Schaltknüppel in die Hand und zwingt den Motor in den Drehzahlbereich, in dem er sich am wohlsten fühlt. Zum Glück ist das Getriebe dafür aber ganz gut geeignet und die nicht allzu undefinierten Gassen sind kurz genug, damit zumindest hier etwas Freude aufkommt.

Für den Alltag durchaus annehmbar

Die Lenkung? Etwas zu gefühllos und ziemlich leichtgängig. Das Fahrwerk? Komfortabel und mit gerade genug Straßenrückmeldung versehen. Querdynamisch ist der Fabia also keine Wucht, für den Alltagsgebrauch ist die Technik aber durchaus annehmbar.

Beim Monte Carlo würden wir in jedem Fall 100 Euro in eine Fahrprofilauswahl investieren, damit man die Lenkung mit stärkeren Rückstellkräften versehen kann und 290 Euro würden in das Sportfahrwerk fließen. Dann kommt man sich auch bei 10,0 Sekunden von 0-100 km/h und der Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h nicht allzu lächerlich in den einfassenden Sportsitzen vor.

Ansonsten muss man bei dem Basispreis des Testwagens von 22.850 Euro (einen 80-PS-Monte-Carlo-Fabia gibt’s ab nicht viel günstigeren 20.550 Euro und das Topmodell mit 1,5-Liter-Vierzylinder und 150 PS liegt mit 7-Gang-DSG bei nicht viel teureren 25.850 Euro) nicht mehr allzu aktiv in der Aufpreisliste werden.

Die Scheinwerfer verfügen serienmäßig über LED-Technologie und Nebelscheinwerfer sind ebenfalls dabei. Ab Werk rollt der Fabia Monte Carlo auf den schwarz glanzgedrehten 16-Zoll-Leichtmetallrädern “Proxima” mit aerodynamisch optimierten Aero-Blenden, die sich auch herausnehmen lassen. Optional sind die in Schwarz glanzgedrehten 17-Zoll-Leichtmetallräder “Procyon” mit Aero-Einsätzen sowie die 18-Zoll-Räder “Libra” (auf dem Testwagen verbaut) erhältlich.

Fazit: 6,5/10 Punkte

Er sieht gut aus, er ist praktisch, vernetzt, dazu geräumig und auch noch “Simply Clever”. Außerdem bringt er uns komfortabel und auf Wunsch assistiert sowie günstiger als die Konzern-Konkurrenz von A nach B. Sportlichkeit bleibt beim neuen Skoda Fabia Monte Carlo aber eher ein theoretisches Lifestyle-Attribut.

In der Praxis lässt – zumindest der 110-PS-Dreizylinder – nämlich nicht unbedingt Fahrvergnügen aufkommen. So ist der Kleinwagen eher der Sekt-trinkende (Champagner würde nicht zur attraktiven Preisgestaltung passen) Rallye-Besucher auf einem monegassischen Balkon, als das aktiv am Renngeschehen teilnehmende Fahrzeug. Auch okay.

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