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Ford Mustang Mach-E: Das 3,7-Sekunden-SUV im Test

Topversion der Baureihe mit brachialer Beschleunigung – und einigen Schwächen

ford mustang mach-e: das 3,7-sekunden-suv im test

In 3,7 Sekunden soll der Ford Mustang Mach-E GT auf Tempo 100 beschleunigen. Das ist der Wert mit Rollstart, für den konventionellen 0-100-km/h-Spurt braucht er 4,4 Sekunden. Damit ist das Elektro-SUV von Ford etwa so schnell wie ein Porsche 911 (4,2 Sekunden). Wie fühlt sich das an und was kann das Auto sonst noch? Auf kurvigen Bergstraßen in Kroatien haben wir es herausgefunden.

Zur Erinnerung: Der GT ist die Topversion der Baureihe. Die 88-kWh-Batterie sorgt für eine WLTP-Reichweite von 500 Kilometern. Den Antrieb erzeugen zwei gleich starke E-Motoren, die Systemleistung wird von der Batterie auf 358 kW (487 PS) begrenzt.

Subjektiv fühlt sich das Ganze wirklich so brachial an wie 3,7 Sekunden klingen: Man wird in den Sitz gepresst, und es macht einen Höllenspaß, immer wieder mal die Sau rauszulassen, wenn die Bahn frei ist. Auch wenn das jedes Mal nur ein paar Sekunden dauert, wenn man sich auf Tempo-90-Straßen befindet wie in Kroatien. Der Bordcomputer zeigte Werte zwischen 21 und 24 kWh an. Nicht eben wenig, aber auch nicht wesentlich mehr als zum Beispiel beim EV6 mit bürgerlicher Motorisierung. 

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Das Fahrverhalten wird deutlich vom gewählten Modus beeinflusst. Von Zahm, Aktiv bis zu Temperamentvoll wird die Reaktion auf das Gaspedal immer giftiger. Dass die Lenkung direkter wird, konnte ich nicht wirklich spüren. Auch die Spreizung beim Fahrwerk ist deutlich, doch schon Zahm war für die Straßenverhältnisse in Kroatien schon ziemlich hart. Für die Verstellbarkeit sorgen die MagneRide-Stoßdämpfer mit magnetorheologischer Technik. In der Kurve ist kein Wanken zu spüren, der Wagen liegt stets satt auf dem Asphalt. Der Seitenhalt der Sportsitze wird kaum gefordert, doch der gebotene Sitzkomfort ist sehr gut.

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Die Einstellmöglichkeiten für die Stärke der Energierückgewinnung sind beschränkt. Lenkrad-Paddles gibt es nicht, und so muss man jedes Mal in die Menüs des Touchscreens eintauchen. Vor allem lässt sich dort das One-Pedal-Driving an- oder abschalten. Ist es aktiviert, lässt sich durch Gaswegnehmen gut verzögern. 

Auch um einen anderen Fahrmodus zu aktivieren, muss man den Touchscreen bemühen, was ein erhebliches Ablenkungspotenzial birgt. Die Augen von der Straße nehmen muss man auch, weil es kein Head-up-Display wie etwa beim Kia EV6 oder VW ID.4 gibt.

Ein cooles Feature ist die Möglichkeit, das Auto per Nummern-Pad zu entriegeln – so kann der Schlüssel im Auto bleiben, wenn man zum Schwimmen in den See geht. Alltagstauglich zeigt sich der Ford auch in Sachen Platzangebot: Im Fond kann ein 1,76 Meter großer Erwachsener sogar die Beine übereinanderschlagen. Der Kofferraum ist mit 402 bis 1.420 Liter nicht ganz so groß wie bei einem VW ID.4 (543-1.575 Liter), doch dafür kommt noch der ziemlich geräumige vordere Kofferraum (100 Liter) hinzu.

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