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Unfallwagen erkennen: Versteckte Schäden finden So erkennt man einen Unfallwagen

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Lackprüfung Autos, die in die Jahre gekommen sind, tragen nicht nur die Zeichen alltäglicher Nutzung, sondern oft auch Spuren ungewöhnlicher Belastungen. Ein elektronisches Schichtdicke-Messgerät kann zuverlässig und zerstörungsfrei einen nachträglichen Lackauftrag … Foto: Holger Ippen, Daniela Loof

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Fugen und Spalten … nachweisen. Mit dem Finger lassen sich die exakte Parallelität sowie eine gleichmäßige Spaltbreite gut … Foto: Holger Ippen, Daniela Loof

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Holme und Schweller … “erfühlen”. Nachträglich aufgebrachte Schweißnähte, Dellen im Blech, matte Sprühnebel-Reste und überlackierte Gummiteile deuten auf … Foto: Holger Ippen, Daniela Loof

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Längsträger … Reparaturen hin. Die kraftaufnehmende Stoßfängerbefestigung sollte unversehrt sein, also keine Verformungs-Falten oder … Foto: Holger Ippen, Daniela Loof

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Reifen … Risse aufweisen. Ein ungleichmäßiger Verschleiß deutet auf Radstandsveränderungen hin, die z. B. durch einen Unfall entstanden sein können. Foto: Holger Ippen, Daniela Loof

Unfälle und Reparaturen hinterlassen immer Spuren am Gebrauchtwagen. Unser Ratgeber erklärt, woran man einen Unfallwagen eindeutig erkennen kann.

Autos, die in die Jahre gekommen sind, tragen nicht nur die Zeichen alltäglicher Nutzung, sondern oft auch Spuren ungewöhnlicher Belastungen. So lassen sich etwa reparierte Unfallschäden erkennen. Das ist vor allem dann interessant, wenn ein Auto den Besitzer wechselt. Handelt es sich um ein Unfallauto, dann muss es auch als solches deklariert sein. Verschweigt der Verkäufer dies jedoch, ist das kein Kavaliersdelikt mehr, sondern Betrug. Ein Unfallauto ist weniger wert, und die Versicherung hat bereits für den Ausgleich der Wertminderung gesorgt. Diese muss beim Besitzerwechsel an den Käufer weitergegeben werden. Verdeckte Spuren lassen sich beim Technik-Check erkennen. Dabei sollte man sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen und sich auch nur ein sauberes Auto ansehen, denn Schmutz hat eine kaschierende Wirkung. Wichtig: Checken Sie das Fahrzeug stets im Hellen, halten Sie immer eine Taschenlampe bereit, und verzichten Sie weder auf die Hebebühne noch auf eine Probefahrt. Sind ungewöhnliche Lenkkräfte, schief stehende Lenkradspeichen, unbekannte Geräusche oder ein unsauberer Geradeauslauf zu spüren, dann könnte das von einer verzogenen Karosserie herrühren – also Finger weg! Beim Rundgang ums Auto sollten alle Karosserieteile perfekt sitzen, die Spaltmaße von Türen, Klappen und Hauben gleich schmal sein und gleichmäßig verlaufen. Im Türrahmen sollten keine Gewaltspuren rund um die Scharniere erkennbar sein – diese deuten auf Arbeiten an der Richtbank hin. Und der Karosserielack muss sich stets mit gleichbleibendem Glanzgrad spiegeln. Nur dann handelt es sich um die Originallackierung.

  

Unfallwagen erkennen: Diese Tipps helfen

Gut gemachte, professionelle Nacharbeiten lassen sich leichter mit einem Hilfsmittel erkennen. Ein sogenanntes Schichtdicke-Messgerät (30 bis 400 Euro) registriert zusätzliche Lackaufträge und Spachtelschichten. Wer ohne solche Helfer auf die Suche geht, sollte auf Lacknebel an Gummiteilen, hinter der Tankklappe, in Türausschnitten oder unterm Laderaum-Teppich achten. Verräterisch sind auch Kleberreste von Abdeck-Tapes und Restlack an Leder-Kanten, die im Verborgen ihr Dasein fristen – etwa an der Türunterseite oder an den Innenseiten von Klappen und Hauben. Beim Blick unter die Motorhaube sollten Sie auf Blankstellen und ungleichmäßige Schweißnähte sowie überdehnte Bleche (Federdom) achten. Verwerfungen am Unterboden oder Falten im Schweller, an Stoßstangen-Trägern und der Reserveradmulde sind ebenso verräterisch wie Dehnungsverfärbungen an Kunststoffen (Radkästen). Auch Pads und Alu-Absorber in den Stoßstangen sollten unversehrt sein. Andernfalls war hier eine Karambolage mit im Spiel. Im Zweifel helfen Kfz-Gutachter weiter, zum Beispiel von der GTÜ.

Mehr zum Thema: Ratgeber zur Aussage nach einem Unfall

 

Unfallwagen erkennen: Checkliste

Lackprüfung Gleichmäßiger Glanz? Mattstellen und Sprühnebelreste an verborgenen Stellen verraten Nachlackierungen.
Spaltmaße Ungleichmäßige Abstände zwischen Karosseriekanten, an Türen und Hauben weisen auf eine verzogene Karosserie oder Nacharbeiten hin.
Verwerfungen Verwerfungen im Bereich der Unterboden-Bleche, Dellen am Schweller und an den Holmen deuten auf Krafteinwirkungen hin – oft durch einen Unfall.
Verfärbungen Verfärbungen an Kunststoffen entstehen durch Überdehnung – ein sicherer Hinweis auf Gewalteinwirkung.
Reifenprofil Ungleichmäßiger Reifenverschleiß entsteht durch falschen Radstand/Radsturz. Die Ursache kann eine “verbogene” Radführung sein.
Schweißnähte Gerissene Schweißnähte und aufgeknöpfte Schweißpunkte sind typische Unfallfolgen.
Weisses Pulver Talkumreste in Ritzen, Teppichböden und Polstern sind ein Indiz dafür, dass bereits ein Airbag ausgelöst wurde.
Dokumente Fehlende Dokumente/vorenthaltene Werkstattrechnungen sind Anzeichen für Unstimmigkeiten und Vertuschung.

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