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Opel Astra L (2021): Die erste Sitzprobe zur Live-Premiere

Wir haben im brandneuen Golf-Gegner Platz genommen und kennen erste Preise ...

opel astra l (2021): die erste sitzprobe zur live-premiere

Wenn es um die Einführung von neuen Modellen geht, dann folgen Hersteller weltweit meist einer vom Konzern vorgegebenen Partitur. Es mag zwar kleine Unterschiede zwischen VW, Renault oder auch Opel geben, aber im Grunde ist das Schema immer gleich. Einer der letzten Schritte – bevor es dann zu den ersten Testfahrten und der Markteinführung geht – ist eine Live-Premiere und damit einhergehend eine Sitzprobe. Jüngstes Beispiel: der neue Opel Astra!

Nach zahlreichen Erlkönigen, dem ersten Teaser mit Detailaufnahmen, einer Testfahrt in einem noch getarnten Prototyp und der Online-Premiere des neuen Astra lud Opel also jetzt ins Stammwerk nach Rüsselsheim zur Live-Premiere und einer Sitzprobe ein.

Der Ort ist nicht zufällig gewählt. Schließlich wurde der Kompaktwagen dort nicht nur entwickelt, in Zukunft wird dieses Modell auch direkt an diesem Standort gebaut. (Neben dem Astra L läuft dort auch der DS 4 vom Band.) Die Markteinführung beginnt ab Oktober 2021, die Produktion startet Ende des Jahres und die Preise beginnen bei 22.465 Euro. Damit wird das Modell in der Basis tatsächlich nicht einen Cent teurer. 

Bildergalerie: Opel Astra (2021)

Was wir bisher über den neuen Golf von Opel in Erfahrung bringen konnten, behält natürlich seine Gültigkeit. Deshalb finden Sie hier alle Stationen und Erkenntnisstände der Modelleinführungs-Orchestration des Astra:

1. Inoffizielles Rendering zeigt die Ähnlichkeit zum aktuellen Corsa. (24.07.2020)

2. Der erste Erlkönig des neuen Astra wird gesichtet. (12.03.2021)

3. Opel liefert die ersten offiziellen Teaser-Bilder. (08.06.2021)

4. Wir fahren Prototypen mit Benzin- und Plug-in-Hybrid-Antrieb. (15.07.2021)

5. Bei der Online-Premiere werden das Design und alle Details veröffentlicht. (13.08.2021)

Wie Sie sehen und gelesen haben, ist also eigentlich (fast) alles über den Neuzugang im Kompaktwagen-Segment bekannt. Wir kennen weitestgehend die technischen Daten, die Optik ist kein Geheimnis mehr und die ersten Fahreindrücke konnten wir auch schon sammeln.

Trotzdem ist dieser heutige Schritt noch einmal ein Zugewinn, denn bei unserer persönlichen Kontaktaufnahme und Sitzprobe konnten wir herausfinden, ob die Konkurrenz mit einem neuen Platzhirsch im Segment rechnen kann. Der Corsa hat dieses Kunststück im Kleinwagen-Segment ja schon vorgemacht und nach Jahren der VW-Polo-Herrschaft steht dort wieder ein Opel auf der obersten Stufe des Treppchens.

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Mit viel Tamtam zieht Opel also nun auch live die Tücher vom neuen Astra. Mit dabei ist nicht nur der langjährige Markenbotschafter Jürgen Klopp, sondern auch Uwe Hochgeschurtz, der neue CEO des Herstellers, der seit dem 1. September Michael Lohscheller in dieser Position beerbt. Und ihm wird auch die Ehre zuteil, noch zwei weitere Neuheiten der Astra-Welt bekannt zu geben.

Zum einen – und dies war mehr oder minder klar – wird der Astra nicht nur als Fünftürer an den Start gehen, sondern auch als Sportstourer genannter Kombi. Etwas überraschender ist da schon die Info, dass ab 2023 nicht mehr nur Verbrenner- und PHEV-Versionen des Modells konfigurierbar sein werden, der Astra wird auch als vollelektrische Variante Astra-e auf die Kundschaft losgelassen. Details dazu finden Sie HIER auf unserer Schwesterseite InsideEVs.de.

Bei den konventionellen Motoren reicht die Leistungsbandbreite von 81 kW (110 PS) im Basis-Benziner bis zu 165 kW (225 PS) Systemleistung im stärksten Plug-in-Hybrid.

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Jetzt aber zur näheren Zukunft. Lassen Sie uns gemeinsam am und im neuen Astra Platz nehmen …

Das Exterieur konnten Sie nun bereits ausführlich auf den zahlreichen Bildern begutachten und sich selbst einen Eindruck verschaffen. Und was sollen wir sagen? Live sieht der Astra sogar noch besser aus als auf den Fotos. Kein Gähn-Golf, sondern ein rattenscharfes Design mit Familienähnlichkeit zum neuen Mokka.

Nichtsdestotrotz schwingen neben der eigenständigen Opel-Gestaltung mit Vizor-Front, dem auf der Heckklappe mittig platzierten Schriftzug und dem neuen Mut zur Design-Kante immer die vom Konzern vorgegebenen EMP2-Proportionen mit. Und damit eben auch ein Hauch von Peugeot 308.

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Nehmen wir also endlich im Innenraum Platz: Hier liegen Welten zwischen der fünften und sechsten Generation. Sofort fällt auf, dass die Sitze in der ersten Reihe tiefer positioniert wurden und man sich so besser mit dem Auto verbunden fühlt. Was 12 Millimeter schon ausmachen können.

Ob die neue Position “das sportliche Fahrgefühl steigern” kann, so wie es Opel verlauten lässt, muss aber ein erster Test zeigen. Den Spagat zwischen Komfort (heizen, kühlen, massieren … alles kein Problem) und Seitenhalt scheinen die AGR-zertifizierten Sitze mit optionalem Nappaleder- oder Alcantara-Bezug aber hinzubekommen.

Im Fond sind die äußeren Sitze nun ebenfalls auf Wunsch beheizt. Am Raumgefühl ändert sich trotz der neuen Plattform und dem damit verbundenen Packaging aber nicht viel. Es wirkt auch hier etwas luftiger, aber hier spielt der aufgeräumtere Look des gesamten Interieurs mehr in dieses subjektive Empfinden als die eigentlichen Veränderungen in den Abmessungen.

Wechseln wir wieder in die erste Reihe: Analoge Instrumente sind Geschichte und das sogenannte Pure Panel – bestehend aus zwei nebeneinander angeordneten 10-Zoll-Bildschirmen sorgt optisch für den letzten Schritt in die 2020er-Jahre. Dabei wirkt alles noch einmal cleaner als beispielsweise im frisch gelifteten Opel Grandland.

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Ein kleiner aber feiner Grund dafür ist, dass keine Blendabdeckung mehr benötigt wird, die Reflexionen verhindert. Ebenfalls reduziert wurde die Anzahl an Tasten und Schaltern, aber nicht so radikal wie etwa im VW Golf. Die wichtigsten und am häufigsten verwendeten Funktionen lassen sich aber immer noch über echte Knöpfe steuern. Gut so. Die Anzahl scheint gerade richtig. Nicht zu viel. Nicht zu wenig.

Verbindungskabel will der Hersteller auch aus dem Astra verbannen. Die Kopplung von Smartphones an das neue Infotainment-System geht jetzt kabellos und in der Windschutzscheibe gibt es ein größeres Head-up-Display.

Einen nicht so gewaltigen Schritt nach vorne machen die Verarbeitung und die Materialwahl im Allgemeinen. Das Wackeln und Klappern ist zwar etwas weniger geworden, aber Premium würde sich noch einmal anders anfühlen. Wenn wir jetzt trotzdem mal wieder den Golf als Vergleichsobjekt heranziehen – und im Besonderen den neuen Golf 8 in den Fokus rücken –, muss man sagen, dass Opel aber ein durchaus konkurrenzfähiges Innenraum-Produkt (mit leichten Abzügen in der B-Note) am Start hat.

Ob der neue Opel Astra in seinem finalen Serien-Stadium auf der Straße überzeugen kann? Für diese Antwort müssen Sie sich noch ein wenig gedulden. Die ersten Testfahrten werden wir aber noch in diesem Jahr für Sie übernehmen.

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