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Video: Hyundai Kona N im Test - 280-PS-Mini-SUV

Ist das lediglich ein schlechterer Hyundai i30 N?

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Was, wenn man ein SUV bzw. Crossover… was-auch-immer-Ding mit dem Antrieb des Hyundai i30 N bestückt? Warum würde jemand so etwas merkwürdiges tun? Die simple Antwort ist: Irgendjemand wird es schon kaufen! Doch ist das Ergebnis, der Hyundai Kona N, überhaupt gut?

Technisch hat der Kona N viele Gemeinsamkeiten mit dem i30 N – bis auf die Tatsache, dass er trotz all seiner SUV-Haftigkeit weniger Platz bietet. Stichwort Kofferraumvolumen. Gleichzeitig bringt er mehr Gewicht auf die Waage!

Motor und Leistung entsprechen mit dem 280-PS-starken Zweiliter-Vierzylinder dem Antrieb des i30 N Performance. Den Kona N gibt es allerdings nur mit Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe. Bei den Fahrleistungen sind Kona N und i30 N nah beieinander, zumindest auf dem Papier. Auch der Preis von beiden Modellen ist fast identisch.

Ziemlich einzigartig

Die Konkurrenz des Kona N lässt sich nicht präzise definieren. Er schwebt quasi im luftleeren Raum. Wie ein Altherrenwitz auf einer MeToo-Demonstration. Das liegt daran, dass andere Fronttriebler-SUVs weniger Leistung haben und Modelle mit ähnlicher Leistung Allradantrieb besitzen.

Am besten passt noch der Vergleich mit dem Ford Puma ST. Der ist meiner Meinung nach, der beste seiner Klasse. Das liegt daran, dass er eines der wenigen Performance-SUVs ist, die so etwas wie Fahrspaß vermitteln!

Der Spaß hat allerdings seinen Preis! Und damit meine ich nicht was er kostet – das ist weniger als der Kona N – sondern die äußerst harte Fahrwerksabstimmung. Der Performance-Puma ist im Prinzip ein Fiesta ST… nur höher, damit instabiler und gerade das macht ihn lustig.

Überraschend gute Fahrdynamik

Rein technisch kann man dem Hyundai Kona N keine Vorwürfe machen. Alles wurde bestmöglich abgestimmt. Somit fallen die Systeme nicht durch Eingriffe auf, die in fahrphysikalischen Abenteuern münden. Die Sehr gute, elektronisch gesteuerte Differentialsperre reduziert das Untersteuern auf ein absolutes Minimum. Kommt es bei schneller Kurvenfahrt trotzdem mal zum Rutschen an der Vorderachse, reicht abruptes Gaslupfen und das Heck schwänzelt kontrollierbar nach außen. Neben den Traktionsmodi sind mit Eco, Normal und Sport die üblichen Verstellmöglichkeiten vorhanden.

Der N Modus sticht hervor! Besonders wenn man alle Parameter auf aggressiv stellt. Beim Fahrwerk resultiert das in einem Härtegrad, der auf den meisten Landstraßen schwerverdaulich ist. Sowohl für Fahrer als auch Chassis. 

Hoher Schwerpunkt ist eine Schwäche

Die megadirekte Lenkung passt am besten zu einem weicheren Fahrwerkssetting (Normalmodus). Der Kona N hat nämlich das typische Problem dieser Fahrzeugklasse: Auch ein sehr straffes Fahrwerk kann den höheren Schwerpunkt nicht verstecken. Eine Tieferlegung würde zwar helfen, aber letztendlich wäre das so als würde ich auf abgesägten Stelzen sprinten.

Die Leistung entfaltet sich konstant, ohne die Achse zu überfallen. 392 Newtonmeter liegen zwischen 2.100 und 4.700 Umdrehungen an. Die Gangwechsel doppelkuppeln zügig hoch und runter, gehen aber etwas hakeliger vonstatten als bei den absoluten Super-DKGs – beispielsweise von Porsche. Das ist jedoch meckern auf hohem Niveau, wenn man bedankt, was der Kona kostet.

Die Frage, die sich dennoch die ganze Zeit aufdrängt ist, warum sollte man den Kona N einem querdynamisch überlegenen i30 N vorziehen?

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