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Tatsächlicher Verbrauch: Mercedes C 220 d Mildhybrid im Test

Wie viel Diesel braucht die C-Klasse mit Mildhybrid-System im realen Straßenverkehr?

tatsächlicher verbrauch: mercedes c 220 d mildhybrid im test

Die neue Mercedes C-Klasse gehört dank zahlreicher technischer Innovationen zu den interessantesten Premiumangeboten in der Mittelklasse. Der Protagonist dieser Ausgabe unseres wöchentlichen Verbrauchstests ist die Limousinenversion als C 220 d.

Der 2,0-Liter-Diesel mit Mildhybrid-System erzielte ein gutes Ergebnis. Auf unserer 360 km langen Standard-Teststrecke, die von Rom nach Forlì führt, verbrauchte der C 220 d gerade mal 4,20 Liter/100 km. Bei deutschen Spritpreisen – der Liter Diesel kostet derzeit durchschnittlich 1,61 Euro und ist damit so teuer wie nie – führt das zu Kraftstoffkosten von 6,76 Euro pro 100 Kilometer.

Sehr niedriger Verbrauch für eine Mittelklasse-Limousine

Vergleicht man dieses Testergebnis mit den Werten der bisher getesteten Dieselmodelle, so landet der Mercedes C 220 d ziemlich weit oben – obwohl er gegen echte Spritsparer antreten muss. Bei den mittelgroßen und großen Modellen schlägt der neue Mercedes den Volvo V60 D4 (4,35 Liter/100 km), das Mercedes E 220 d T-Modell (4,44 Liter), den Jaguar XE 20d 180 PS Automatik (4,45 Liter) und den Audi A6 Avant 40 TDI quattro ultra S tronic (4,60 Liter).

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Weniger als die Diesel-C-Klasse brauchte der Alfa Romeo Giulia 2.2 Turbo Diesel 180 PS MT6 (4,05 Liter), der BMW 320d Touring (4,00 Liter), der Opel Insignia Sports Tourer 1.6 Diesel 136 PS (3,80 Liter) und der Peugeot 508 1.5 BlueHDi (ebenfalls 3,80 Liter) sowie das rekordverdächtige Mercedes E 220 d Cabrio (3,60 Liter).

Top bei Assistenzsystemen und Komfort

Getestet wurde der neue Mercedes C 220 d als viertürige Limousine mit Heckantrieb, 200+20 PS Leistung und der serienmäßigen Neungang-Automatik in der üppigen italienischen Ausstattung Premium Pro. Dazu gehören unter anderem ein Head-up-Display und ein Technik-Paket.

Mit Optionen wie 19-Zoll-Rädern, einem Panorama-Schiebedach, dem Fahrerassistenz-Paket, dem Surround-Sound-System von Burmester mit 13 Lautsprechern und Metallic-Lack liegt der Preis des Testmodells in Italien bei knapp über 70.000 Euro. In Deutschland gibt es nur eine Ausstattungsversion für den C 220 d, und die kostet ohne Extras 47.178 Euro.

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Für die genannten 70.000 Euro erhält man eine der technologisch fortschrittlichsten Mittelklasselimousinen auf dem Markt, mit modernen Fahrerassistenzsystemen und einfacher Bedienung, dazu das MBUX-Infotainmentsystem und einen Fahrkomfort, der seinesgleichen sucht.

Die Kraft des Vierzylinder-Diesels mit elektrischer Unterstützung reicht aus, um jede Fahrsituation zu meistern. Das Auto bietet eine hervorragende Fahrdynamik, ohne wirklich sportlich zu sein. Volle Punktzahl erhält der Wagen von uns für die Matrix-Scheinwerfer, die es ermöglichen, immer mit Fernlicht zu fahren, und für das große Kofferraumvolumen.

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Große Reichweite, vor allem außerhalb der Stadt

Der Kraftstoffverbrauch des neuen Mercedes C 220 d ist vor allem außerorts gut, während er im Stadtverkehr doch etwas steigt, ohne allerdings bedenkliche Werte zu erreichen.

Selbst bei (italienischem) Autobahntempo bleibt die Effizienz beachtlich. Der große 66-Liter-Tank sorgt für eine sehr hohe Reichweite, die im Alltag oft über 1.000 km liegt.

Hier unsere Spritverbräuche in verschiedenen Verkehrssituationen:

  • Stadtverkehr (Rom): 7,0 l/100 km, 937 km Reichweite
  • Stadt-Umland-Mix: 6,2 l/100 km, 1.062 km Reichweite
  • (Italienische) Autobahn: 6,0 l/100 km, 1.095 km Reichweite
  • Spritspartest: 3,9 l/100 km, 1.689 km Reichweite
  • Maximalverbrauch: 27,2 l/100 km, 237 km Reichweite

Aus dem offiziellen Datenblatt

Modell Kraftstoff Leistung Abgasnorm Normverbrauch
(WLTP)
CO2-Emissionen
(WLTP)
Mercedes C 220 d Diesel 220 PS Euro 6d-ISC-FCM 4,3 l/100 km 139 g/km

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Mercedes C 220 dDeutscher Listenpreis: 47.178 EuroTestdatum: 19. Januar 2022Wetter (Abfahrt/Ankunft): heiter, 11 Grad / heiter, 3 GradWährend der Tests insgesamt gefahren: 807 kmDurchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 81 km/h
Reifen: Continental WinterContact TS 860 S – 225/40 R19 M+S vorn – 255/35 R19 M+S hinten

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 4,1 Liter/100 kmAn der Zapfsäule bestimmter Verbrauch: 4,3 Liter/100 kmMittel aus diesen Werten: 4,20 Liter/100 kmKraftstoffpreis: 1,61 Euro/Liter (Diesel)
Spritkosten: 6,76 Euro/100 km

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, nennt er Ihnen wahrscheinlich einen Wert, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht hat er den Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder er hat seine Tankrechnungen aufbewahrt und sich daraus einen Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule.

Dabei wird “von voll bis voll” gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung).

Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 32 Cent pro kWh (gerundeter Durchschnittspreis für 1 kWh Haushaltsstrom in Deutschland im Jahr 2020 mit 19% Mwst. laut Bundeswirtschaftsministerium). Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.

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