Tests

Tatsächlicher Verbrauch: Maserati Levante Hybrid im Test

Wie viel Sprit braucht der Levante Hybrid, der in Wirklichkeit nur ein Mildhybrid ist, im realen Verkehr?

tatsächlicher verbrauch: maserati levante hybrid im test

Auch Maserati elektrifiziert seine Modellpalette. Die Marke begannt mit einer Mildhybrid-Version des Ghibli und bringt jetzt einen entsprechenden Levante, der über den gleichen 2,0-Liter-Vierzylinder mit 330 PS und 48-Volt-System verfügt. Wir bekamen den neuen Levante Hybrid in die Redaktion geliefert, und so schcikten wir das Sport-SUV in unseren wöchentlichen Verbrauchstest.

Auf unserer 360 Kilometer langen Standard-Teststrecke von Rom nach Forlì verbrauchte der Levante Hybrid durchschnittlich 7,35 Liter/100 km. Bei den derzeit hohen deutschen Benzinpreisen entspricht das Spritkosten von 12,13 Euro je 100 Kilometer. Damit muss sich das schicke SUV (besonders in der matten Lackierung in Maratea Grey) mit einem Platz am Ende unseres Testergebnis-Rankings begnügen.

Sportlich, aber nicht sparsam

Mit 7,35 Liter/100 km liegt der Maserati Levante Hybrid knapp hinter dem Plug-in-Hybrid-Modell Range Rover Sport P400e (7,00 Liter/100 km), er rangiert aber noch vor dem Vollhybrid Lexus LS 500h (7,45 Liter) und dem ebenso leistungsstarken Plug-in-Hybrid-Fahrzeug Jeep Wrangler Unlimited 4xe Rubicon (8,20 Liter).

tatsächlicher verbrauch: maserati levante hybrid im test

Der hohe Spritverbrauch rechtfertigt sich durch die hohe Leistung des Levante Hybrid. Der Wagen ist zwar vom Sound her nicht sonderlich aufregend, bietet aber ein exzellentes Fahrverhalten und genug Leistung für Überholvorgänge und schnelle Starts.

Schön und böse

Der Testwagen hatte die GT-Ausstattung und etliche Extras an Bord, darunter die Mattlackierung, 21-Zoll-Räder, ein Harman-Kardon-Audiosystem, ein Infotainment mit 8,4-Zoll-Touchscreen und Navigationssystem sowie ein Fahrerassistenzpaket. Das getestete Auto mit Extras kostet in Italien rund 100.000 Euro. Dafür erhält man ein SUV mit großer optischer Wirkung, das die Flagge des italienischen Automobilbaus hochhält. In Deutschland kostet das Basisfahrzeug etwas mehr als 79.000 Euro.

tatsächlicher verbrauch: maserati levante hybrid im test

Besonders angenehm ist die Luftfederung mit Höhenverstellung. Sie sorgt für viel Komfort, eine gute Straßenlage und bei Bedarf eine Anhebung für Fahrten im Gelände. Dank des Allradantriebs ist das Fahrverhalten sicher und zuverlässig – das System macht das Fahren im Levante Hybrid entspannt und bei Bedarf auch schnell. Es gibt kleine Mängel beim Innenraum-Finish und ein paar ergonomische Macken, aber das sind kleine Sünden.

Mit dem Spritverbrauch eines Sportwagens

Der Spritdurst des Levante Hybrid bestätigt sich auch in spezifischen Verkehrssituationen. Der Spritverbrauch liegt leicht über dem Durchschnitt, ist aber der Leistung, dem Gewicht (2.090 kg) und der Klasse dieses Luxus-SUVs angemessen.

tatsächlicher verbrauch: maserati levante hybrid im test

Der Benzindurst macht sich vor allem im dichten Stadtverkehr bemerkbar; auf der (italienischen) Autobahn dagegen ist er typisch für ein SUV dieser Kategorie. Der großzügig bemessene 80-Liter-Tank ermöglicht eine Reichweite von mindestens 500 km, wenn man besonders auf effizientes Fahren achtet sind es sogar über 700 km.

Kraftstoffverbrauch in verschiedenen Verkehrssituationen

  • Stadtverkehr (Rom): 15,0 l/100 km, 528 km Reichweite
  • Stadt-Umland-Mix: 12,1 l/100 km, 656 km Reichweite
  • (Italienische) Autobahn: 10,7 l/100 km, 744 km Reichweite
  • Spritspartest: 6,8 l/100 km, 1.176 km Reichweite
  • Maximalverbrauch: 50,0 l/100 km (Anzeigegrenze), 160 km Reichweite

Aus dem offiziellen Datenblatt

Modell Kraftstoff Leistung Abgasnorm Normverbrauch(WLTP) CO2-Emissionen
(WLTP)
Maserati Levante Hybrid GT Benzin 330 PS k.A. 9,7-10,7 l/100 km 220-243 g/km

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Maserati Levante Hybrid GTDeutscher Listenpreis: 79.254 EuroTestdatum: 5. November 2021Wetter (Abfahrt/Ankunft): veränderlich, Regen 16 Grad/veränderlich, 11 GradInsgesamt während der Tests gefahren: 979 kmDurchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 78 km/h
Reifen: Pirelli P Zero – 265/40 R21

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 7,1 l/100 kmAn der Zapfsäule ermittelter Verbrauch: 7,6 l/100 kmMittel aus diesen Werten: 7,35 l/100 kmKraftstoffpreis: 1,65 Euro/l (Super E10)Spritkosten: 12,13 Euro/100 km

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, nennt er Ihnen wahrscheinlich einen Wert, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht hat er den Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder er hat seine Tankrechnungen aufbewahrt und sich daraus einen Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule.

Dabei wird “von voll bis voll” gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung).

Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 32 Cent pro kWh (gerundeter Durchschnittspreis für 1 kWh Haushaltsstrom in Deutschland im Jahr 2020 mit 19% Mwst. laut Bundeswirtschaftsministerium). Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.

TOP STORIES