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Tatsächlicher Verbrauch: Honda HR-V Hybrid im Test

Wie viel Sprit spart der neue Vollhybrid-Antrieb im realen Straßenverkehr?

tatsächlicher verbrauch: honda hr-v hybrid im test

Der Honda HR-V hat sich mit der gerade gestarteten dritten Generation komplett verändert. Neben einem völlig neuen Design kommt das SUV nun mit einem Vollhybridantrieb daher, andere Antriebe gibt es nicht mehr.

Das Auto kombiniert einen 107 PS starken 1,5-Liter-Benziner mit einem 96 kW (131 PS) starken Elektromotor. Als neues Hybrid-SUV mit ungewöhnlicher Technik hat der Wagen es verdient, dass wir ihn in unseren wöchentlichen Verbrauchstest schicken.

Auf unserer 360 Kilometer langen Standardstrecke verbrauchte der neue HR-V mit Frontantrieb und eCVT-Getriebe durchschnittlich 4,80 Liter/100 km. Mit deutschen Benzinpreisen (derzeit durchschnittlich 1,75 Euro pro Liter) umgerechnet, ergibt das Spritkosten von 8,40 Euro pro 100 km.

tatsächlicher verbrauch: honda hr-v hybrid im test

Verbrauch liegt ziemlich in der Mitte

Im Vergleich zu den bisher getesteten Kompakt-SUVs mit Vollhybridantrieb liegt der neue Honda HR-V mit seinen 4,80 Litern gerade noch im Mittelfeld. Ein wenig mehr verbrauchte der Kia Niro Hybrid der ersten Generation (4,83 l/100 km).

Besser als der HR-V schnitten ab: der Hyundai Kona Hybrid (4,40 Liter), der in Deutschland nicht angebotene Renault Captur E-Tech Hybrid (4,20 Liter) und als Bester der Kategorie der Toyota Yaris Cross Hybrid (3,55 Liter).

Gut bei Platzangebot, Verarbeitung und Komfort

Der getestete Honda HR-V hatte die mittlere Ausstattung Advance, die unter anderem eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, 18-Zoll-Alufelgen, eine Rückfahrkamera, eine sensorbediente Heckklappe und ein Navigationssystem samt 9-Zoll-Bildschirm umfasst. Der deutsche Listenpreis liegt bei knapp 33.000 Euro, der italienische bei 33.800 Euro. Zusammen mit den Extras des Testmodells (Exterieur-Paket Obscura Black, eine Perlmutt-Lackierung und schwarze 18-Zoll-Alufelgen) zahlt man in Italien 38.300 Euro.

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Für diese Preise erhält man ein modernes SUV, das innen wie außen mit viel Liebe zum Detail gestaltet ist und das hinterm Steuer genauso viel Spaß macht wie auf anderen Plätzen. Das Platzangebot an Bord ist gut; der HR-V bietet viele Ablagefächer. Auch die Fahrposition und die Bedienelemente sind ergonomisch gut und die Assistenzsysteme funktionieren problemlos.

Der Hybridantrieb passt gut zum Gewicht und zur Größe des 4,34 Meter langen HR-V. Er sorgt für eine Beschleunigung, mit der man auch beim Überholen keine Probleme hat. Das eCVT-Getriebe neigt dazu, den Motor beim Beschleunigen ein wenig zu sehr hochzudrehen, was zuweilen unnatürlich wirkt. Doch das beeinträchtigt nicht den Fahrkomfort. Genauso ausgezeichnet wie dieser ist die Straßenlage.

Verbrauch in verschiedenen Fahrsituationen

Wie immer haben wir auch den Verbrauch in verschiedenen Fahrsituationen getestet. Hier ist der HR-V Hybrid ziemlich sparsam, wenn er auch nicht an die Rekorde einiger Konkurrenten heranreicht. Auf der Autobahn ist der HR-V weniger effizient, aber der 40-Liter-Benzintank garantiert eine gute Reichweite: 500 bis 800 km sind leicht zu erreichen. Die elektrische Reichweite liegt dagegen selbst unter idealen Bedingungen selten über zwei Kilometern.

Hier die Ergebnisse im Einzelnen:

  • Stadtverkehr (Rom): 5,2 l/100 km, 768 km Reichweite
  • Stadt-Umland-Mix: 5,0 l/100 km, 800 km Reichweite
  • (Italienische) Autobahn: 7,0 l/100 km, 568 km Reichweite
  • Spritspartest: 3,7 l/100 km, 1.080 km Reichweite
  • Maximaler Verbrauch: 19,9 l/100 km, 200 km Reichweite
  • Maximale Reichweite im Elektromodus: 2,1 km

Aus dem offiziellen Datenblatt

Modell Kraftstoff Leistung Abgasnorm Normverbrauch
(WLTP)
CO2-Emissionen
(WLTP)
Honda HR-V e:HEV Benzin 107 PS Benziner / 131 PS E-Motor Euro 6d-ISC-FCM 5,4 Liter/100 km 122 g/km

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Honda HR-V e:HEV AdvanceDeutscher Listenpreis: 32.600 EuroTestdatum: 18. Februar 2022Wetter (Abfahrt/Ankunft): heiter, 17 Grad/heiter, 8 GradWährend der Tests insgesamt gefahren: 801 kmDurchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 78 km/h
Reifen: Yokohama BluEarth Winter V906 – 225/50 R18 M+S

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 4,7 l/100 kmAn der Zapfsäule bestimmter Verbrauch: 4,9 l/100 kmMittel aus diesen Werten: 4,80 l/100 kmKraftstoffpreis: 1,75 Euro/l (Super E10)
Spritkosten: 8,40 Euro/100 km

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, nennt er Ihnen wahrscheinlich einen Wert, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht hat er den Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder er hat seine Tankrechnungen aufbewahrt und sich daraus einen Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule.

Dabei wird “von voll bis voll” gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung).

Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 32 Cent pro kWh (gerundeter Durchschnittspreis für 1 kWh Haushaltsstrom in Deutschland im Jahr 2020 mit 19% Mwst. laut Bundeswirtschaftsministerium). Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.

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