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Suzuki Swift Sport (2020) im Dauertest (5): Trennungs-Schmerz

Nach einem Jahr geht der gelbe Spaßmacher zurück. Was bleibt?

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Frank Zander ist kürzlich 80 Jahre alt geworden. Warum ich Ihnen diese bahnbrechende Neuigkeit erzähle? Nun, Herr Z. hat 1976 einen formidablen Song namens “Oh, Susi” aufgenommen. Mit eindeutig zweideutig “zensiertem” Text: “Oh Susi, was hast du getan? Oh Susi, Du machst mich so an.” An ein kleines gelbes Auto dachte er natürlich nicht. Aber seitdem uns unsere “Suzi” in Gestalt des Suzuki Swift Sport verlassen hat, fühlen wir mit Franky.

Ein ganzes Jahr lang hat uns der Swift Sport im Alltag begleitet. Es war ein schönes Jahr: Wie schon einmal erwähnt, fielen beim Kanarienvogel auf vier Rädern 129 PS über gerade einmal 1,1 Tonnen Leergewicht her. Die Folge: Fahrspaß. Wirklich empfundener Fahrspaß. Echtes Go-Kart-Gefühl. Keine Plattitüden von Presseabteilungen, die verzweifelt jedes SUV zum imaginären Porsche 911 aufblasen.

Nein, “Suzi” war immer ehrlich zu uns. Sei es im positiven Sinne beim Fahrvergnügen und der direkten Lenkung. Oder eher negativ beim Hartplastik-Innenraum mit Dacia-Note, dem kleinen Kofferraum und dem überschaubaren Platzangebot. Aber welche Wunder kann man schon bei nur 3,90 Meter Länge erwarten? Und man muss das Datum der Europa-Premiere sehen: 2017, ergo auch schon fünf Jahre und ein Facelift her.

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Besagte Modellpflege stahl dem stärksten Swift 11 PS und gönnte ihm ein Mildhybrid-System. Kastration der Umwelt zuliebe? Von wegen! 235 Newtonmeter maximales Drehmoment lassen sich schön aufs Brot verteilen, weil das minimale Elektro-Doping den Swift Sport eleganter aus den Puschen kommen lässt. Aber auch untertouriges Cruisen nahm uns “Suzi” nicht krumm. Apropos krumm: Technische Probleme gab es während der 12 Monate keine.

Zugegeben, MX-5-Niveau hatte die Schaltung nicht. Dennoch bereitet es ein diebisches Vergnügen, die Gänge ratzfatz aus dem Handgelenk zu feuern. 9,1 Sekunden auf 100 km/h gibt Suzuki offiziell als Beschleunigung an, uns kam es meist kürzer vor. Gerade im Stadtverkehr flitzte der Wagen flink auf Tempo 50.

Also Raserei wie bekloppt? Nein. “Suzi” war kein Auto für wüste Autobahn-Dränglerei bei 200. Dazu war der 1,4-Liter-Turbomotor spätestens ab 130 km/h akustisch zu präsent. Vielmehr speist sich die viel beschworene Freude am Fahren aus einem sozial verträglichem Auftritt. Keine die Mitbürger nervende Klappenauspuffanlage, sondern eine Form und eine Farbe, die vielen ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

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Leider nicht ganz sozialverträglich ist der Preis des Suzuki Swift Sport: Vor fünf Jahren noch okay, ist er inzwischen auf 23.850 Euro gewachsen. Viel Holz für solch ein kleines Auto trotz umfangreicher Serienausstattung. Aber es lohnt sich sicher, mit dem Händler zu reden oder bei ihm nach gebrauchten Swift Sport Ausschau zu halten.

Und der Verbrauch: Zu Beginn fast genau 8,0 Liter, aber als Bestwert zweimal exakt 6,37 Liter. Am Ende steht nach 7.780 Kilometern (auch bedingt durch mehr Langstrecken) ein ausgezeichneter Wert unter dem Strich: 5,8 Liter. Damit lagen wir nahe an der Werksangabe von 5,6 Liter. Leichtbau zahlt sich eben aus.

Fazit: 8/10

Anders als die Toyota-Klone Across und Swace ist der Swift noch ein richtiger Suzuki. Besonders beim Swift Sport spürt man, dass die japanische Marke auch Motorräder baut. Wer Motorräder und den Mazda MX-5 mit 1,5-Liter-Motor mag, aber etwas geräumiger im Alltag unterwegs sein möchte, dem sei der Swift Sport ans Herz gelegt. Unseres hat er jedenfalls erobert.

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