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Kia Sportage 1.6 T-GDI 48V 4WD (2022) im Test: Der SUVerän

Cooles Design, reichhaltige Ausstattung und guter Komfort. Aber wie steht es um den Spaß und die Sparsamkeit?

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Der neue Kia Sportage bietet cooles Design, eine reichhaltige Ausstattung und guten Komfort zum fairen Preis. Ein Vorteil im hart umkämpften Segment der Kompakt-SUVs. Doch diese Pluspunkte konnten wir bereits bei unserem ersten Kurztest Ende 2021 herausfinden. Kann die fünfte Generation aber auch Spaß und Sparsamkeit vereinen? Wir haben es ausprobiert. Mit dem 180-PS-Benziner, der mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und Allrad gekoppelt ist.

Der stärkste Verbrenner aus dem Regal

Das 1,6 Liter große Vierzylinder-Aggregat (es sind genau 1.598 ccm) bildet für alle Sportage-Antriebe die Grundlage. Mit 180 PS und 265 Nm maximalem Drehmoment handelt es sich allerdings um die stärkste Stufe im Kia-Programm. Zumindest dann, wenn Sie klassische Verbrenner bevorzugen. Wenn es mehr Leistung und Drehmoment sein soll, müssen Sie auf die Derivate mit zusätzlichem Elektromotor zurückgreifen. Aber muss es immer HEV oder PHEV sein? Kann nicht auch ein 48-Volt-Mildhybrid-Antrieb ausreichen?

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Vor allem im Hinblick darauf, dass uns der PHEV-Antrieb im Hyundai Tucson (dem Konzernbruder des Kia) nicht wirklich überzeugen konnte, haben wir uns bewusst für das Sportage ohne E-Unterstützung entschieden. Gekoppelt wird der Vierzylinder hier serienmäßig mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und nicht mit einer 6-Gang-Automatik. Den Allradantrieb mit sperrbarem Mitteldifferenzial in unserem Testwagen gibt es optional gegen Aufpreis. So viel zu den Rahmenbedingungen …

Nur die Lenkung wirkt beliebig

Die allgemein gültigen Eigenschaften des Kia Sportage gelten natürlich auch für das reine Benziner-Modell. Das Fahrwerk lässt nur wenige Wankbewegungen zu und ist trotz der Straffheit tendenziell eher in Richtung Komfort abgestimmt. Der Spagat zwischen diesen eigentlich schwer zu vereinbarenden Disziplinen gelingt Kia gut.

Die Bremse ist ohne Probleme dosierbar und kommt mit den rund 1,7 Tonnen des SUVs genauso gut zurecht wie das eingangs erwähnte Fahrwerk. Lediglich die Lenkung hinterlässt einen etwas beliebigen Eindruck und könnte einen Hauch mehr Präzision vertragen. Im Sport-Modus würden wir sie aber ohne Bedenken durchwinken.

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Auch die Schaltlogik der 7-Gang-Box sorgt im Sportmodus für Spaß. Die Doppelkupplung sortiert die Fahrstufen schön zackig und lässt den Motor immer in dem Drehzahlbereich arbeiten, der genügen Leistung und Kraft bereitstellt. Ohne dabei den Verbrauch aus den Augen zu verlieren. Denn allzu lange akzeptiert die Elektronik hohe Touren nicht.

Ob der Allrad wirklich sein muss, bleibt allerdings fraglich. In Kurven ist durch ihn zwar mehr Grip vorhanden, das Zusatzgewicht nimmt dem Sportage im Gegenzug aber ein wenig Unbeschwertheit. Und die Sperre des Differenzials macht wohl nur im Geländeeinsatz einen Sinn.

Am Ende dieser Testeinheit kratzt der Sportage allerdings trotzdem an der 10-Liter-auf-100-Kilometer-Marke. Zeit, in den Eco-Modus zu wechseln, der im Segelbetrieb unter anderem den Motor vom Rest des Antriebsstrangs trennt. Hier nimmt sich vor allem das Getriebe mit seinem Gangwechsel-Wille zur Leistungsverbesserung zurück. Es wird früh hochgeschaltet und gerade bei oft wechselnden Steigungen im hinteren Taunus kann man sich manchmal etwas beschnitten vorkommen. Trotz der 180 PS.

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Was aber schlecht für die Performance ist, ist gut für den Verbrauch. Mit etwas Gefühl auf dem Gas konnten wir ohne Probleme an den im WLTP-Zyklus ermittelten Verbrauch von 7,1 Liter/100 km heranfahren. Zur Erinnerung: Mit leerem Akku im Hyundai Tucson mit Plug-in-Hybrid waren selbst 8 Liter eine Herausforderung.

Beide Disziplinen (Spaß und Sparsamkeit) kombiniert der Normal-Modus. Er ist nicht Fisch und nicht Fleisch, schmeckt aber trotzdem. Und wenn Sie auf der Autobahn unterwegs sind und sowieso die Systeme zum assistierten Fahren aktiviert haben (adaptiver Tempomat, aktive Lenkhilfe, etc.), würden wir ihn als beste Komfort-Lösung empfehlen.

Tiefere Sitzposition, kleine Getränke

Negative Kritik? Gibt es trotzdem. Für etwas mehr sportlichen Spaß würden wir uns eine tiefere Sitzposition wünschen. Ein bis zwei Zentimeter würde da schon ausreichen, um sich besser im Sportage integriert zu fühlen.

Ein weiteres Manko: Auf längeren Strecken denkt Kia mit den Fahrhelfern, dem tollen Infotainment mit Apple Car Play und Android Auto, Sitzheizung auf allen Plätzen, Kühlung auf den vorderen Sitzen, zahlreichen USB-Anschlüssen und einer allgemein sehr schön anzusehenden und bedienbaren Innenraumgestaltung an alles. Nur für eine Flasche, die größer als 0,5 Liter ist, haben wir einfach keinen sinnvollen Platz gefunden.

Fazit: 8,5/10 Punkte

Das im Segment der Kompakt-SUVs nicht mehr unbedingt auf die Produkte deutscher Hersteller zurückgegriffen werden muss, sollte sich mittlerweile rumgesprochen haben. Aber im Fall des Kia Sportage ist das noch einmal richtig schön offensichtlich. Außerdem kann man sich ernsthaft überlegen, ob HEV oder PHEV wirklich sein muss.

Spaß und Sparsamkeit kann nämlich auch der normale Allrad-Benziner. Wenn Sie trotzdem über Strom nachdenken, wieso nicht gleich komplett umsteigen?! Auf den Kia EV6 zum Beispiels. Im Innenraum müssten Sie sich nicht einmal groß umstellen und das Heck des Sportage ist ebenfalls ähnlich gestaltet.

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