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Inrix Staustudie 2022: Münchner Autofahrer verlieren 74 Stunden im Stau

Bayerns Landes- ist erneut Deutschlands Stauhauptstadt, doch Berlin und Hamburg holen auf. Im internationalen Vergleich kommen die Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland jedoch sehr flüssig vorwärts.

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Wie bereits 2021 war München auch im gerade abgelaufenen Jahr Deutschlands Stauhauptstadt Nummer eins.

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Inrix Traffic Scorecard 2022 Stau-Auswertung

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Wenig überraschend befindet sich der staureichste Straßenabschnitt ebenfalls in München. Allerdings liegen drei von zehn Stauschwerpunkten in den Top Ten in Berlin.

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Folgerichtig liegt die Hauptstadt Großbritanniens auch in der Europa-Auswertung vorne. Paris und Palermo folgen mit Respektsabstand.

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Hier die Stauschwerpunkt in London, von denen es sehr viele gibt. Das Resultat sind 156 Staustunden pro Jahr.

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Die Stauzahlen in London sind gestiegen, obwohl der ÖPNV in Großbritannien inzwischen mindestens so oft genutzt wird wie vor Ausbruch der Corona-Pandemie.

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Nordamerika weist ein insgesamt hohes Stauniveau auf. Acht dieser Städte liegen in den USA; hinzu kommen Toronto in Kanada und Monterrey in Mexiko.

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Bogota war mal Spitzenreiter in der globalen Stau-Auswertung von Inrix; inzwischen ist Kolumbiens Hauptstadt “nur noch” Spitzenreiter in Südamerika.

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In Asien scheinen Autofahrerinnen und Autofahrer eher selten im Stau zu stehen – doch wenn, dann in der Türkei.

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Wenig aussagekräftig ist die Statistik für Afrika, in der nur südafrikanische Städte auftauchen.

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In Australien und Neuseeland scheint ein eher geringes Stauniveau zu herrschen. Die Zahlen sind mit denen in Deutschland vergleichbar.

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Inrix macht auf Basis der Traffic Scorecard auch Kostenauswertungen. Besonders teuer ist Autofahren beziehungsweise Im-Stau-stehen demnach in Los Angeles, London und Birmingham.

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Wie bereits 2021 war München auch im gerade abgelaufenen Jahr Deutschlands Stauhauptstadt Nummer eins.

Welch enorme Zäsur die Covid-Pandemie dargestellt hat, merkt man vor allem daran, dass immer wieder vom “Vor-Corona-Niveau” die Rede ist. Auch das Unternehmen Inrix, das Verkehrsanalysen durchführt und Connected-Car-Services anbietet, benutzt diesen Begriff oft in seiner jüngsten Stauauswertung. Und die Zahlen zeigen: Bevor die Pandemie die Welt in ihren Würgegriff nahm, standen die Menschen – zumindest in Deutschland – noch öfter im Stau als im vergangenen Jahr. Allerdings gleichen sich die Zahlen allmählich wieder an.

Für das Jahr 2022 hat Inrix im Rahmen seiner “Traffic Scorecard” für Deutschland eine durchschnittliche Stauzeit von 40 Stunden ermittelt. Das ist exakt der Wert des Vorjahres, aber klar weniger als in den Vor-Corona-Jahren 2018 und 2019, in denen der bundesweite Stau-Durchschnitt jeweils 46 Stunden betrug.

München erneut Deutschlands Stauhauptstadt

Aber wie das so ist mit dem Durchschnitt: Es muss auch jemand über dem statistischen Mittelwert liegen. 2022 war das in Deutschland mal wieder München, womit die bayerische Metropole den Titel “Stauhauptstadt Deutschlands” verteidigt. Der durchschnittliche Zeitverlust, mit dem sich die Münchnerinnen und Münchner im dichten Verkehr konfrontiert sehen, sinkt allerdings. 74 Stunden sind deren fünf weniger als 2021; 2019 betrug der Zeitverlust im Schnitt sogar noch 87 Stunden.

Folgerichtig holen die dahinter gelisteten deutschen Städte kräftig auf (siehe Tabelle über diesem Absatz). Im zweitplatzierten Berlin verloren Autofahrerinnen und Autofahrer 2022 im Schnitt 71 Stunden im Stau (2021: 65), in Hamburg auf Rang drei waren es 56 statt 47 Stunden. Potsdam, das erneut auf Platz vier liegt, springt von 46 auf 55 Staustunden.

Darmstadt plötzlich auf Platz fünf

Hinter den Top Vier folgen fünf Städte, die im Vorjahr noch keine große Rolle bei der Inrix Traffic Scorecard gespielt haben. Darmstadt machte den größten Sprung (von Platz 20 auf fünf beziehungsweise von 37 auf 47 Stunden Zeitverlust). Neben München ist Nürnberg die einzige Top-Ten-Stadt, die ihre Staustunden im Vergleich zu 2021 verringern konnte (von 41 auf 40 Stunden). Entsprechend rutschte die Frankenmetropole vom achten auf den zehnten Platz.

Wenig überraschend liegt die staureichste Straße Deutschlands ebenfalls in München. Es ist ein Abschnitt des Mittleren Rings: Fuhr man 2022 regelmäßig zu Stoßzeiten auf der B2R in nördlicher Richtung zwischen Stettnerstraße und Plinganserstraße, summierten sich die täglichen 13 Minuten Zeitverlust auf 51 Stunden im Jahr. Der Spitzenreiter ist jedoch Münchens einziger Stauschwerpunkt in den Top Ten. Berlin ist dreimal vertreten, Hamburg und Köln sind zweimal dabei.

London weltweit unrühmlicher Spitzenreiter

Im internationalen Vergleich spielen die deutschen Städte weiterhin keine Rolle. Unsere Nummer eins München belegt im weltweiten Ranking keinen Platz unter den ersten 30 und ist auch im europäischen Vergleich weit abgeschlagen. Europas Stau-Hauptstadt ist London; hier verbringen Autofahrerinnen und Autofahrer jährlich 156 Stunden im Stau. Es folgen Paris (138), Palermo (121), Dublin (114) und Rom (107).

London führt damit auch das weltweite Stau-Ranking an, Paris ist Dritter. Dazwischen platziert sich Chicago im US-Bundesstaat Illinois, das mit 155 Staustunden im Jahr 2022 der britischen Hauptstadt nur knapp den Vortritt lässt. Mit Boston, Massachusetts, scheitert eine weitere US-Stadt knapp am Podium. Kolumbiens Hauptstadt Bogota, ein früherer Spitzenreiter, ist diesmal Fünfter. Insgesamt zeigt sich: Waren früher europäische und südamerikanische Städte im Inrix-Ranking weit vorn, schoben sich 2022 die nordamerikanischen Metropolen weiter in den Fokus: Toronto, New York City und Philadelphia liegen ebenfalls in den Top Ten der staureichsten Städte der Welt.

Hinweis: In der Fotoshow werfen wir detaillierte Blicke auf die Ergebnisse der Inrix Traffic Scorecard 2022.

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