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Deutschlandticket: Keine Erstattung mehr bei ICE-Nutzung

Bei Verspätungen durften Reisende mit Deutschlandticket bisher unter bestimmten Voraussetzungen kostenlos mit dem ICE weiterfahren. Eine EU-Verordnung schiebt dieser Kulanzregelung nun aber einen Riegel vor.

deutschlandticket: keine erstattung mehr bei ice-nutzungSeit 15. August 2023 müssen sich Deutschlandticket-Reisende auf neue Einschränkungen einstellen. Foto: Sean Gallup/Getty Images

Bislang galt die Deutsche Bahn gegenüber Reisenden mit Deutschlandticket bei Verspätungen als relativ kulant. Wer demnach mit dem 49-Euro-Ticket unterwegs war, durfte bei einer Verspätung von mehr als 20 Minuten auch Fernverkehrszüge wie ICE oder IC in Anspruch nehmen, um pünktlich ans Ziel zu kommen. Das zusätzliche Ticket dafür musste man zwar zuerst selbst bezahlen, auf Antrag erstattete das Servicecenter der Deutschen Bahn diese Kosten aber rückwirkend. Seit 15. August 2023 ist damit Schluss. Was es jetzt zu beachten gilt, erfahren Sie bei COMPUTER BILD.

Keine Erstattung mehr für Fernverkehrszüge

Hinter der neuen Einschränkung steckt eine EU-Regel aus dem Jahr 2021, die den internationalen Bahnverkehr vereinheitlichen soll. Laut §3 der Eisenbahnverkehrs-Verordnung (EVO) gilt das Deutschlandticket als ein “Angebot mit stark ermäßigtem Beförderungsentgelt”. Reisende haben demnach im Falle einer Verspätung keinerlei rechtlichen Anspruch auf Erstattung zusätzlicher Kosten für die Nutzung von Fernverkehrszügen. Die neue Einschränkung gilt im Übrigen auch, wenn Sie mit dem Deutschlandticket aufgrund einer Verspätung einen ICE-Anschlusszug verpassen, für den Sie bereits eine Fahrkarte erworben haben.

Kleine Ausnahmen bleiben bestehen

Allerdings greift die kürzlich in Kraft getretene Einschränkung nicht bei allen Verbindungen. Sollten Sie Ihr Reiseziel aufgrund einer Verspätung oder eines Zugausfalls nicht mehr vor Mitternacht erreichen, erhalten Sie beim Kauf eines zusätzlichen Tickets für einen Fernverkehrszug noch immer eine Rückerstattung. Selbiges gilt, wenn Sie Ihr Reiseziel zwischen 0 und 5 Uhr morgens mit einer Verspätung von über 60 Minuten erreichen würden.Darüber hinaus bringt die seit 15. August 2023 gültige Regelung einen weiteren Nachteil mit sich: Bei Verspätungen aufgrund “außergewöhnlicher Umstände” zahlt die Deutsche Bahn unabhängig vom Fahrkartentarif keine Entschädigung mehr. Dazu zählen beispielsweise Personen auf den Gleisen oder ein Notfall im Zug. Bislang konnten Bahn-Reisende in solchen Fällen rückwirkend eine Entschädigung von bis zu 50 Prozent verlangen.

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