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Canyon Precede:ON AL 7 im Test: Stufenloser Fahrspaß

Neues Material, neuer Akku, neue Schaltung: Canyon tüftelt an seinem E-City-Flitzer Precede:ON und dreht so an der Preisschraube. Das bringt das Precede:ON AL auf die Straße.

canyon precede:on al 7 im test: stufenloser fahrspaß Geborener Städter: das Precede:ON AL 7. Inhaltsverzeichnis

Mit dem Precede:ON CF 9 lieferte Canyon 2021 ein hochwertiges City-Pedelec mit Carbonrahmen, Riemenantrieb und automatischer Schaltung. So gut das Bike im COMPUTER BILD-Praxistest abschnitt, so hoch ist sein Preis: Mit 4.999 Euro ist das Precede:ON CF 9 sicher kein Rad für jedermann. Mit dem brandneuen Precede:ON AL wird die Pedelec-Modellreihe des Koblenzer Fahrradbauers deutlich erschwinglicher. Das Einstiegsmodell Precede:ON AL 5 ist schon für 2.599 Euro zu haben, die hochwertigere Precede:ON-AL-7-Version erhalten Sie ab 3.499 Euro. Was das Rad so viel günstiger macht und wie gut Sie das neue Pedelec durch die Stadt bringt, verrät der Praxistest.

Canyon Precede:ON AL 7 im Test: Es bleibt schick

An welcher Stellschraube Canyon überwiegend dreht, um den Preis des neuen Precede-Pedelecs zu drücken, liest man schon an den letzten beiden Buchstaben des Modellnamens ab. Bezug nimmt die Endung auf das Material des Rahmens. Während “CF” besagte, dass der Rahmen aus Carbonfaser besteht, weist “AL” auf die Verwendung von Aluminium hin. Äußerlich macht sich die Umstellung des Materials nur in Details bemerkbar. So behält die Alu-Version das markante Precede-Design mit geknicktem Oberrohr und eleganter Lackierung. Wie gewohnt integriert Canyon den Akku abermals sehr gekonnt in das Unterrohr des Rahmens. Klar, hier und da trifft man anders als bei der Carbon-Variante auf Schweißnähte – die fallen optisch aber nicht stark ins Gewicht.canyon precede:on al 7 im test: stufenloser fahrspaß

Elegant und elektrisch: das Canyon Precede:ON AL 7.

Daneben verschwinden Verkabelungen nicht schon hinter den Bremshebeln in den Rahmen, sondern “erst” oberhalb des Frontscheinwerfers, doch auch das ist eher eine Kleinigkeit. Insgesamt ist das Precede:ON AL etwas schlanker als sein hochpreisiger Bruder. Damit tritt es weniger bullig, aber noch immer sehr stabil auf. Auf der Waage macht sich das schlankere Aussehen aber nicht bemerkbar – im Gegenteil. Aluminium ist nun mal schwerer als Carbon und so kommt die von COMPUTER BILD getestete Version Precede:ON AL 7 auf ein Gewicht von 24,76 Kilogramm – gut 2,5 Kilogramm mehr als bei ihrem Carbon-Pendant. Steckt dafür auch mehr drin?canyon precede:on al 7 im test: stufenloser fahrspaß

Clever verpackt: Den Akku des Precede:ON AL 7 integriert Canyon in den Rahmen. Braucht er Saft, nehmen Sie ihn zum Laden einfach heraus.

Größerer Akku, kleinerer Motor

Zumindest der Akku ist gewachsen: 625 statt 500 Wattstunden bringen Sie bis zu 120 Kilometer weit. Unterm Strich bedeutet das ein Reichweitenplus von 20 Kilometern. Auch beim günstigeren AL-Modell setzt Canyon auf einen Bosch-Mittelmotor des Typs Performance Line CX. Über einen wartungsarmen Gates-Carbon-Riemenantrieb unterstützt er Fahrer und Fahrerinnen bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern mit einem maximalen Drehmoment von 65 Newtonmetern. Das sind 20 Newtonmeter weniger als beim Precede:ON CF 9, aber immer noch völlig ausreichend. Sie wählen zwischen vier Unterstützungsmodi, die Sie per Bedienelement am Lenker einstellen: Eco, Tour, Sport und Turbo – und die machen richtig Spaß!canyon precede:on al 7 im test: stufenloser fahrspaß

Für unbeschwerte Fahrten: Riemenantriebe sind praktisch wartungsfrei und rausspringen kann unterwegs auch nichts.

Stufenlos geschaltet

Während das schwergewichtige Bike im Eco-Modus noch etwas Wadenschmalz verlangt, schnellt man im Turbo-Gang bereits nach wenigen Pedaltritten auf 25 Stundenkilometer. Die halten Fahrerinnen und Fahrer selbst bei Steigungen ohne größere Anstrengungen – perfekt für alle, die mit dem Rad zur Arbeit fahren, aber ohne Schweißflecken ankommen möchten. Trotz seines relativ hohen Gewichts fährt sich das Precede:ON AL 7 überraschend agil und geschmeidig. Grund dafür ist auch die gute Enviolo-Schaltung. Das Besondere an ihr: Per Drehgriff am Lenker passt sie die Übersetzung stufenlos an. Nervige Schaltunterbrechungen oder Knackgeräusche? Nix da!canyon precede:on al 7 im test: stufenloser fahrspaß

Geschwindigkeit, Fahrmodus, Akkustand und Lichtstatus: Das Bosch-Bedienelement liefert alle wichtigen Informationen.

Wie auf der Vibrationsplatte

Geht es doch mal zu schnell, bringen hydraulische Magura-Scheibenbremsen vom Typ “MT Thirty” das Bike verlässlich zum Stehen. Für ein sicheres Gefühl auf dem Precede:ON AL 7 sorgen die Bremsen aber nicht allein. Auch die pannensicheren Schwalbe-G-One-Reifen vermitteln ein sicheres Fahrgefühl. Stolze 57 Millimeter sind die Gummilatschen breit und begraben so kleinere Bodenunebenheiten und Kiesbelag unter sich, ohne dass man viel davon mitkriegt. Auf lückenhaftem Kopfsteinpflaster machen Sie sich jedoch besser darauf gefasst, dass kein Nierenstein bleibt, wo er ist. Denn ohne zusätzliche Federung rüttelt es Sie hier ordentlich durch.canyon precede:on al 7 im test: stufenloser fahrspaß

Im Handumdrehen zur richtigen Trittfrequenz: die stufenlose Enviolo-Schaltung.

Precede:ON AL 7 im Praxistest: Fazit

Mit dem Precede:ON AL 7 gelingt Canyon ein preiswertes E-Stadtrad, das mit schickem Design, hochwertiger Verarbeitung und abgesehen von der fehlenden Federung durch ein tolles Fahrgefühl überzeugt. Gegenüber dem teureren Carbon-Pedelec Precede:ON CF 9 machen Kundinnen und Kunden kaum gewichtige Abstriche, sparen aber rund 1.500 Euro. Wer insbesondere auf den Carbonrahmen und etwas Motorleistung verzichten kann, für den ist das Precede:ON AL 7 ein gutes Geschäft.

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